Hallo, mein Name ist Frank Klein und ich arbeite bei der Firma Prentke Romich als Markenbotschafter. In meinem Alltag erlebe ich die unterschiedlichsten Reaktionen auf mich und mein Kommunikationsgerät.
Manche Menschen sind neugierig. Sie schauen interessiert, stellen Fragen und möchten verstehen, wie mein Talker funktioniert. Diese Begegnungen fühlen sich offen, ehrlich und zugewandt an. Oft passiert mir dies mit Kindern. Sie sind unvoreingenommen und lassen sich auf die Situation ein. Solche Momente bringen einem Freude an Unterhaltungen, egal wie schnell oder langsam, wie kurz oder lang sie sind.
Andere sind eher unsicher. Sie wissen nicht genau, wie sie mit mir sprechen sollen. Manchmal reden sie dann nicht mit mir, sondern mit der Person neben mir. Oder sie vermeiden den Blickkontakt. In solchen Momenten habe ich das Gefühl, nicht wirklich gemeint zu sein. Viele Menschen wissen nicht, mit dieser neuen Situation umzugehen, und laufen dann eher davor weg und meiden sie. Das ist teilweise echt schade, aber auch solche Momente gibt es.
Es gibt auch Situationen, in denen Menschen überrascht sind, wenn ich antworte – als hätten sie nicht erwartet, dass ich etwas zu sagen habe.
Und manchmal spüre ich Ungeduld. Ein Gespräch über ein Kommunikationsgerät braucht Zeit. Pausen entstehen, weil Worte und Antworten ihren Moment benötigen. Nicht jeder kann diese Ruhe gut aushalten. Außerdem gibt es Situationen, wo ich mit einer Person in einer Unterhaltung bin und sie sagt: „Ich mache gerade etwas anderes, schreib schon mal.“ Solche Situationen finde ich sehr unhöflich und respektlos. Ich weiß, es dauert manchmal einen Moment, jedoch finde ich, man kann sich gegenseitig unterstützen und die Unterhaltung voranbringen.
Aber es gibt auch die anderen Begegnungen:
Menschen, die warten. Die mir Zeit geben, meine Gedanken zu formulieren. Die mir zeigen, dass meine Stimme – egal in welcher Form – zählt. Mir ist nur wichtig, dass ich wahrgenommen werde. Ob man mich dann mag, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich wurde schon öfter wegen meines Aussehens oder meiner Situation ausgelacht. Zum Glück kann ich sagen, dass mich meine Eltern, meine zwei Brüder und auch mein Umfeld immer unterstützen und ich mir daher ein dickes Fell angeeignet habe.
Fake und Verarsche – diese Begriffe sind auch öfter Teil meines Lebens. Warum? Wenn ich Telefonate führe, wird leider aufgrund der Computerstimme gedacht, dass ich kein ernstes Anliegen habe, sondern sie versuche zu verarschen. Das kann einen am Anfang echt entmutigen, aber mit der Zeit habe ich gelernt, damit umzugehen. Dann rufe ich halt noch zwei- oder dreimal mehr an, bis mir zugehört wird, und nehme dadurch auch manchmal die ein oder andere nette Beleidigung in Kauf. Im Großen und Ganzen sehe ich diese Situationen mit Humor, da nicht jeder Mensch mich und meine Situation kennt.
Minfo 01-26




