Meine Beratung

Früher und auch heute bin ich noch als Berater in Schulen und Werkstädten tätig. Ganz zu Anfang war ich für die Werkstadt in Zusammenarbeit mit der UK (Unterstützte Kommunikation) unterwegs, danach zwei Jahre für ein Projekt und heute mach ich das ganze ehrenamtlich in einer Behindertenwerkstadt und in Zusammenhang mit meinem Job hier bei PRD. 

Meine Berater Tätigkeit ist sehr vielfältig und sieht eigentlich nie gleich aus. Warum ist das so? Jeder Mensch, mit dem ich aufgrund einer Beratung in Kontakt komme, hat andere Bedürfnisse und auch Einschränkungen. Aufgrund dessen gestallte ich eine Beratung immer individuell. Bei einer Person funktioniert Methode A gut und bei einer anderen Person Methode B. Ein klarer Fahrplan ist hier der falsche Weg. 

Als erstes treffe ich mich gerne mit der Person und ihren Angehörigen um sich besser kennen zu lernen. Viele Angehörige vergessen oder sehen nicht den Sinn, warum es so wichtig ist auch ein Kommunikationsgerät zuhause zu nutzen. Oder wenn Sie es machen, geben Sie nicht genug Freiraum und schauen nicht gut hin, was die Person mit dem Sprachcomputer sagt. Dies kann die Entwicklung einschränken, da genau Aufmerksamkeit ein toller Motivator für die Nutzung des Sprachcomputers ist. 

Ganz wichtig ist die Person selbst und ihre Einstellung zum Sprachcomputer. Hat Sie den Sprachcomputer schon aktiv mit dabei oder steht er den ganzen Tag nur im Schrank. Mir ist in den Jahren schon einiges begegnet. Bei vielen Menschen musste ich jedoch feststellen das Sie nicht den Sinn gesehen haben, warum das Erlernen der Nutzung eines Sprachcomputers Sinn macht.  

Viele nutzten Gestik und Mimik und ihre selbsterfundene Sprache und denken damit kommen Sie ja zurecht. Jedoch wenn Sie aus ihrem gewohnten Umfeld kommen, z.B. Wechsle von Schule zu Behindertenwerkstadt stehen Sie oft vor einem größeren Problem. Hier versteht Sie erstmal niemand. Daher wäre die Nutzung des Sprachcomputers sehr von Vorteil. Jedoch muss ich betonen das wenn man ein Kommunikationsgerät hat, das man trotzdem weiter mit Gestik und Mimik die Aussage unterstützt. 

Ein Teil meiner Aufgabe ist Sie dahin zu bringen das Sie sich zum Teil selbst äußern zu wollen und mit meiner Hilfe zu können. Der ein oder andere braucht einfach ein kleines Schwätzchen mit mir und sieht, wie einfach es doch ist den Sprachcomputer in den Alltag einzubringen und was alles so möglich ist. Nicht jeder lernt im gleichen Tempo und daher gibts auch öfter mal Wiederholungen. Wichtig ist eig. am Anfangdie Nutzung und nicht das alles von Anfang an korrekt abläuft. Es muss keiner volle Sätze sprechen können, wichtig ist das die Umwelt drauf reagiert und versteht um was es geht.  

Wenn ich eine Beziehung zu jemandem Aufgebaut habe und der Jenige auch Interesse hat mehr von mir zu lernen, fange ich mit dem Aufbau von der Kommunikation mit einem Sprachcomputer an. 

Zuerst nutzten wir Wörter, die oft im Alltag genutzt werden und verbinden Sie mit einem Verb. Oft sprechen wir dann mit sogenannten Zwei Wort Sätzen, um mehr und mehr zu lernen. Jetzt kann sich einfach schon viel besser ausgedrückt werden als nur mit einem Wort. Wenn dies dann sehr gut klappt, versuche ich einen vollständigen Satz zu bauen. Jedoch möchte ich hier nochmal betonen, dass dies niemals die Priorität ist. Das aller wichtigste ist mir das der Sprachcomputer zur Kommunikation genutzt wird und ich nur als Hilfe am Ende dabei bin.  

Am Anfang kann es passieren das jemand nicht so nette Wörter nutzt, um mit dem Sprachcomputer Aufmerksamkeit zu erlangen. Dies ist vlt. nicht schön zu hören aber grade am Anfang ist es wichtig das Interesse am Sprachcomputer und der Nutzung zu finden, daher ist was gesagt wird erstmal nebensächlich. Es ist etwas ganz Normales, was jeder in seiner Entwicklung benötigt. 

Am Ende zeigt mir jede Beratung, wie viel Potenzial in jedem einzelnen Menschen steckt und wie viel möglich wird, wenn man ihnen Zeit, Vertrauen und echte Aufmerksamkeit schenkt. Kommunikation ist kein gerader Weg, sondern ein gemeinsamer Prozess, der Geduld und Offenheit braucht. Jeder kleine Fortschritt, jedes neu entdeckte Wort und jeder Moment, in dem jemand sich verstanden fühlt, bestätigt, warum dieser Weg so wertvoll ist. 

Genau aus diesen Gründen mache ich weiter: weil ich immer wieder erleben darf, wie Menschen über sich hinauswachsen, wenn man ihnen die richtigen Werkzeuge gibt und an sie glaubt. Jede Begegnung erinnert mich daran, dass Kommunikation eine Art Freiheit bedeutet – und dass es sich lohnt, für diese Freiheit zu kämpfen, Schritt für Schritt, Wort für Wort. 

 

 

 

Minfo 01-26

Markenbotschafter

Frank Klein

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