Heute möchte ich euch etwas aus meinem Arbeitsleben von früher und heute erzählen. Ich bin Frank Klein, Markenbotschafter für PRD, und kommuniziere mit einem Sprachcomputer.
Bevor ich diese Aufgabe übernommen habe, arbeitete ich in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Dort absolvierte ich zwei Jahre im Bereich der beruflichen Bildung, die auch teilweise in einer Fördergruppe stattfand. In dieser Zeit konnte ich verschiedene Erfahrungen sammeln und mich persönlich sowie beruflich weiterentwickeln. Zum Beispiel den Umgang mit dem Handy meines Gruppenleiters, was ich mir durch meine Spastik nie hätte vorstellen können. Nebenbei liefen Schulsachen, sprich Deutsch, Mathematik oder auch Hauswirtschaft. Hauswirtschaft bedeutet, wir haben als Gruppe einmal in der Woche gekocht und vorher zusammen überlegt, was wir machen wollten, und dann gingen wir mit ein paar Leuten los und kauften die Sachen ein, die wir dafür benötigten. Dies war eine große Hilfe, um sich auch im normalen Alltag in Zukunft zurechtzufinden. Man konnte neue Dinge probieren, die man von zu Hause vielleicht nicht kannte.
Generell ist eine Fördergruppe für Menschen mit schwersten oder mehrfachen Behinderungen, was eigentlich gar nicht zu mir passte. Jedoch wusste man nicht so recht, wo ich am besten mit meinen Fähigkeiten aufgehoben war.
Die Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf haben in der Behindertenwerkstatt eine sinnvolle Tagesstruktur, Förderung und Betreuung. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamarbeit wurden uns als wichtige Grundlagen für eine erfolgreiche berufliche Zusammenarbeit vermittelt.
Eine berufliche Bildung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Art Ausbildung und Vorbereitung auf das Arbeitsleben, wenn man noch nicht 100 % bereit für eine Arbeitsstelle auf dem Arbeitsmarkt ist. Hier konnte ich in verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern und feststellen, was ich mit meiner Spastik kann oder auch nicht ausführen konnte. Auch allgemeine Regeln für die eigene Sicherheit bei der Arbeit wurden uns nahegelegt. In diesem Umfeld konnte ich meine persönlichen und sozialen Kompetenzen gezielt stärken und gewinnbringend einsetzen.
Die Zeit in der Werkstatt war für mich ein wichtiger Lebensabschnitt, in dem ich viel gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt habe. Leider passt der Aufbau einer Behindertenwerkstatt nicht zu jeder Behinderung. Da ich nur eine körperliche Behinderung habe, war das Programm oft nicht ganz passend für mich. Gerne hätte ich mehr meinen Kopf nutzen wollen und mehr Ideen einbringen. Ich konnte nicht viel von dem, was ich eigentlich kann, ausarbeiten. Daher bin ich umso glücklicher, dass ich heute die Möglichkeit hier bekommen habe, Texte zu schreiben und Menschen Einblick in das Leben mit einem Sprachcomputer zu geben. Ich helfe gerne anderen Mitmenschen und unterstütze Sie im Erlernen der Nutzung eines Kommunikationsgeräts.
Als Markenbotschafter schreibe ich so Texte wie hier, um meine Perspektive für euch sichtbarer zu machen. Ich kann außerdem meine eigenen Erfahrungen weitergeben, Menschen für das Thema Unterstützte Kommunikation sensibilisieren und zeigen, wie ein Sprachcomputer den Alltag bereichern und ihnen damit neue Möglichkeiten eröffnet.
Hast du Fragen oder benötigst du Unterstützung im Umgang mit einem Sprachcomputer? Ob für dich selbst, Angehörige oder Lehrkräfte – ich stehe gerne zur Verfügung. Schreibt mir einfach eine E-Mail an f.klein@prentke-romich.de, und ich werde so schnell wie möglich antworten.
Minfo 01-26