Kategorie: Benutzer




Oscar Whyman Benutzergeschichte

Oscar früher

2003 kam ein Junge in Hamburg auf die Welt. Er kam einige Monate früher als er sollte und konnte nicht reden und nicht laufen. Ihr werdet euch denken „Er ist doch ein Baby, natürlich kann er nicht reden und nicht laufen“.

Spoiler: Das wird er auch später nicht können. Er hat nämlich eine seltene Muskelerkrankung.

Trotzdem wird er später sehr viel zu erzählen haben und das, ohne den Mund zu öffnen.

Wie geht das fragt ihr euch? Na ja, ihr lest dies auf der PRD Internetseite, also werdet ihr es euch denken können. Richtig. Mit einem Talker.

Wer ist er? Ach so, das bin ich und ich erzähle euch jetzt was über mich.

Mein Name ist Oscar Whyman. Ich bin 19 Jahre alt und wohne in Hamburg.

Wir leben in einem Haus in Niendorf, ich habe eine kleine Schwester. Wir haben einen Hund und eine Katze.

Ich habe seit meinem dritten Lebensjahr einen Rollstuhl und seit ich 8 bin einen E-Rolli. Da ich beatmet bin, kann ich nicht sprechen.

Die ersten Jahre habe ich ausschließlich mit Gebärden kommuniziert.

Teilweise aus dem Programm „gebärdenunterstützte Kommunikation“ oder selbst ausgedachte.

Daher waren meine Eltern die Einzigen, die mich verstanden haben.

Das konnte natürlich nicht ewig so weitergehen!

2006 bekam ich dann – ab jetzt wird es spannend für Euch – meinen ersten Talker mit „Quasselkiste 45“.

Wie habe ich es gelernt? Nun ja, dies habe ich meiner Mutter zu verdanken. Wir haben gemeinsam das Programm gelernt, indem wir angefangen haben, uns darüber zu unterhalten. So habe ich automatisch mehr Motivation bekommen, damit zu sprechen und auf Gebärden zu verzichten.

Ich wollte immer mehr erzählen. Das führte zwangsläufig dazu, dass ich ein größeres Programm brauchte. Die Wortstrategie 84. Diese benutze ich bis heute.

2007 kam ich schließlich in den Kindergarten. Bedeutet also, ich musste mit anderen Menschen ausserhalb der Familie reden. Habe ich mich gefreut und habe sofort gesprochen? DEFINITIV NICHT! Ich war ein sehr schüchterner Junge und und habe mich nicht getraut z.B. die Namen der Anderen auf dem Talker zu sagen. Woran das lag, kann ich heute gar nicht mehr so genau sagen.

Bevor ich einen Talker bekam, war ich in der Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation. Dort wurde beurteilt, ob ich überhaupt einen Talker benötige.

Warum erzähle ich euch das? Was ich damals noch nicht wusste: Es würde nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Schulgelände sehe. Hier verbrachte ich später 11 Jahre meines Lebens, Schule Hirtenweg, Othmarschen.

Die Schule war super.

Dort gab es unterschiedliche Therapien, spezielle Sportangebote, und vor allem TALKER UNTERRICHT!!! Was heißt das im Klartext? Alle Schüler mit Talker trafen sich 1x die Woche, um miteinander zu reden.

Zusätzlich gab es Einzelstunden. Hier lernte ich neue Wörter und wurde schneller im Sprechen.

Erst programmierten die Lehrer für mich, später lernte ich es selbst.

Ich programmierte sehr sinnvolle Dinge, wie die Namen der Charaktere aus Serien. Später war unsere Klasse Segeln und ich habe eine Seite mit Segelbegriffen erstellt oder mit meinem Freund alle Automarken einprogrammiert.

Außerdem habe ich mit Hilfe der Aufnahmefunktion Ausschnitte von Liedern aus Serien aufgenommen, indem ich mich sehr nahe vor den Fernseher setzte. Leider crashte meine Schwester die ein oder andere Aufnahme, indem sie dazwischen redete.

Ich habe viele Lieder aufgenommen, während das Radio im Schulbus spielte.

Meine Mutter und ihre Freunde haben Happy Birthday auf meinem Talker eingesungen, was ich noch heute bei jeder Geburtstagsfeier abspiele.

In der vierten Klasse wurde ich dann vom Talker Unterricht befreit. Im Sprechen und im Programmieren konnte ich alles.

Im Gruppenunterricht habe ich später anderen Talker Nutzern geholfen. Das hat mir Spaß gemacht. Die Freistellung hatte die positive Auswirkung, dass ich mehr Zeit für anderen Unterricht hatte. Yay!

Zeitsprung…

Oscar heute

2018: Mittlerweile bin ich in der 10. Klasse, bin fast jedes Jahr Klassensprecher gewesen und engagierte mich bei allen möglichen Themen in der Schule.

 

Ihr fragt euch warum wir ins Jahr 2018 gesprungen sind? Weil man an der Schule in der 10. Klasse etwas machen muss. Ein Praktikum. AUFREGEND! Nachdem ich in den letzten Jahren sehr viel damit verbracht habe, Leute mit Talkern zu unterstützen, war es für mich nur logisch, im Bereich Unterstützte Kommunikation ein Praktikum zu machen.

Ich bekam den Kontakt zur Alsterdorfer Assistenz West, wo Menschen mit Behinderung arbeiten.

Ich begleitete eine Kollegin 1x wöchentlich für 9 Wochen.Sie unterstützte Menschen mit Talkern in unterschiedlichen Einrichtungen. Genau das Richtige für mich also.

Es hat mir Spaß gemacht.

Ab Sommer 2019 habe ich eine UK-Lehrerin der Schule unterstützt. Leider konnte ich dieser Hilfe aber nicht sehr lange nachgehen.

Wir können uns alle denken, wovon ich rede. Richtig. Unser aller Lieblingsvirus.

Corona brach aus, wir wurden alle ins Homeoffice geschickt und meine Talker Unterrichts Vision war kaputt. Klasse.

Die Zeit zu Hause kam mir etwas zu Gute, da ich so besser für meine ESA Abschluss Prüfung lernen konnte, die ich im Mai 2020 zuhause geschrieben habe.

Ich habe bestanden und somit nach 11 Jahren die Schule Hirtenweg verlassen.

Seit Sommer 2020 gehe ich auf die Handelsschule des BZBS am Borgweg, um dort meinen MSA und mein Fachabitur zu machen.

Glücklicherweise sind meine besten Freunde mitgekommen.

Natürlich war eine der ersten Fragen, die mir auf der Schule gestellt wurde: Was ist das da, womit du sprichst? Alle waren sehr fasziniert. Also, wie immer.

Alles in allem lebe ich mein jetziges Leben ganz normal. Ich mache und höre gerne Musik, treffe mich mit Freunden und schaue gerne Filme. Also wie jeder andere 19-Jährige auch. Mein Talker spielt dabei gar nicht so eine große Rolle. Die meisten Leute merken nicht mehr, dass ich über einen Sprachcomputer kommuniziere.

Ich kann mir vorstellen, später einen Beruf auszuüben, der etwas mit Talker Beratung zu tun hat.

Ohne Corona würde ich bestimmt auch in meiner Freizeit etwas in diese Richtung arbeiten, um mir etwas Geld zu verdienen. Na ja. Vielleicht irgendwann.

Danke für eure Aufmerksamkeit und auf Wiedersehen!

Oscar Whyman

Über uns

10 gute Gründe für Kommunikationshilfen von PRD

Erfahren Sie hier, was Prentke Romich Deutschland so besonders macht, und welche Vorteile für Sie damit verbunden sind.

Warum Unterstützte Kommunikation?

Entscheidender Beitrag zur Kommunikationsentwicklung

Das Ziel von Unterstützter Kommunikation ist es, Menschen aller Altersgruppen, die sich nicht oder nur sehr schwer verständlich äußern können, bessere Verständigungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Unterstützte Kommunikation erfordert keine besonderen Voraussetzungen und ergänzt die individuell vorhandenen Ausdrucksfähigkeiten der Person. Neben Gesten, Gebärden, Symbolkarten, Kommunikationsbüchern usw. kommen dabei auch verschiedenartige Hilfen mit Sprachausgabe zum Einsatz.

In 5 Schritten zum Hilfsmittel von PRD

Der Weg zum Hilfsmittel von PRD: Gut beraten, gut betreut!

Wie bekomme ich das Hilfsmittel, das am besten zu der betroffenen Person passt?

Aufgeräumt. Klar. Intuitiv: Empower™

Oberfläche von ABC50 in Empower

Was ist Empower?

Empower ist PRDs neue, einfach zu benutzende Kommunikationssoftware für die Accent-Kommunikationshilfen. In Empower finden Sie aus NuVoice bekannte Begriffe und Funktionen mit klaren Beschreibungen und Anleitungen. Die einfache und schlüssige Navigation vereinfacht den Einstieg in den Umgang mit der Kommunikationshilfe.

Empower wurde mit dem Ziel entwickelt, das Verändern von Tasten und Einstellungen so einfach wie möglich zu machen. Der Griff zum Handbuch wird nur selten nötig sein.

Vorzüge von Empower auf einen Blick:

  • Intuitive Bedienung
  • Integrierter Internetbrowser
  • Wiedergabe von Videos
  • Alle beliebten Vokabulare von PRD
  • Und noch vieles mehr

Wenn Sie direkt mit Empower starten wollen, werfen Sie doch einen Blick in unsere Empower-Videoanleitung:

https://www.prentke-romich.de/empower-videoanleitung/

Sie benötigen noch weitere Infos rund um Empower? Hoffentlich helfen Ihnen die folgenden Antworten auf die häufigsten Fragen:

Dynamischer Talker

Accent 1400 mit Augensteuerung Look™14-30

Der Accent 1400 kann um die Augensteuerung Look™14-30 erweitert werden, die eine Steuerung ausschließlich mit den Augen ermöglicht. Viele Einstellungsoptionen erlauben das Anpassen an individuelle Bedürfnisse.

PRD plant den offiziellen Start von Empower mit der Version 1.13 im November 2021.

  • Wenn Sie in NuVoice auf die Toolbox – Menü System – gehen und dort unten links der Punkt Empower als Standard-Kommunikationssoftware verwenden erscheint, ist Empower bereits installiert und Sie können Empower direkt nutzen.
  • Sollte Empower noch nicht auf ihrem Accent installiert sein, können Sie anhand der Seriennummer prüfen, ob ihr Accent die Möglichkeit bietet, Empower nachzurüsten. Sie finden die Seriennummer auf der Rückseite des Gerätes (SN/Serial No.). Empower läuft auf allen Accent 1400, auf Accent 1000 mit einer Seriennummer ab 5000AC10 oder höher und auf Accent 800 mit einer Seriennummer ab 3000AC8 oder höher.

  • Minspeak: QK45, QK60, WS84 (alle mit oder ohne MTC-Symbole) und WS144
  • LoGoFoXX: 15, 24, 32, 60 (alle in Version 2.0)
  • ABC: 45, 50, 60 jeweils mit und ohne Metacom-Symbole
  • MultiFoXX: 24 und 45
  • Hinweis: Fett markiert: Vokabulare sind noch im Beta-Stadium
  • Alle aus NuVoice bekannten Ansteuerungsmöglichkeiten finden Sie auch in Empower. Dazu zählen manuelle Ansteuerung, Scanning, Augensteuerung, Kopfmaus und weitere Mausersatzgeräte
  • Fingerführungshilfen von NuVoice können auch für Empower verwendet werden.

Ja, in Empower können Sie die gleichen Stimmen und Symbole wie in NuVoice nutzen.

Das funktioniert derzeit leider noch nicht, ist aber zukünftig vorgesehen.

NuVoice wird auch weiterhin auf den Accent Kommunikationshilfen installiert sein. Sie haben die Möglichkeit, sich zwischen NuVoice und Empower zu entscheiden. NuVoice wird noch einige Jahre weiter unterstützt werden.

 

Minfo 04-21

Der Weg zur coolen Frau, die mit den Augen spricht

Ich bin Steffi, 36 Jahre alt und habe eine starke Spastik. In meinem Leben habe ich schon viel erlebt!

Bei meiner Geburt bin ich im Geburtskanal stecken geblieben, dadurch habe ich einen Sauerstoffmangel gekriegt. Die ersten paar Monate war nicht klar, ob was zurück geblieben ist, bis dann meine Mutter gemerkt hat das ich verkrampft bin. Dann ist meine Mutter mit mir zum Arzt gegangen. Der Arzt hat eine Spastik diagnostiziert und mir Krankengymnastik verschrieben. Bis zur Schule hat meine Familie mich sehr unterstützt und mir viel beigebracht. Sie haben mich wie ein Kind ohne Behinderung behandelt.

Mit sieben Jahren wurde ich eingeschult. Ich bin auf eine Schule für Körperbehinderte gegangen. Da habe ich gedacht aus mir wird mal für meine Verhältnisse ein normales Mädchen das was lernen kann. Bis zur 6. Klasse war das auch so, aber dann sind andere Lehrer in die Klasse gekommen, und von da an hat sich vieles verändert. Auf einmal wurde alles schwer für mich zum einen weil ich gemerkt habe das mein Körper sich verändert, die Spastik wurde stärker und ich wusste nicht wie ich damit umgehen soll. Ich ärgere mich heute noch darüber, dass ich damals nie mein Mund auf gemacht habe. Ich hätte fragen können, ob ich nicht in einer anderen Klasse besser aufgehoben wäre. Meine Mitschüler konnten und haben viel schneller gelernt als ich, und da ich nicht mehr mitgekommen bin, hat mich das traurig gemacht.

Aber dann habe ich einen Talker bekommen, das musste ich dann auch noch lernen! Mein erster war ein Delta Talker. Aber das ging ganz schnell, es gab dann eine Talker Gruppe da hat man gelernt wie man mit dem Talker umgeht. Von da an konnte ich alles sagen was ich wollte! Als ich noch nicht lesen und schreiben konnte und noch keinen Talker hatte, hatte ich eine Kommunikationstafel. Mit Hilfe eines Kopfzeigers konnte ich auf die Buchstaben und Wörter tippen. Den Talker habe ich auch mit dem Kopfzeiger bedient! In der Schule habe Ich auch einen Elektrorollstuhl gekriegt, den ich mit dem Kopf steuere.

In der Schule musste ich mit vielem klar kommen, worüber ich mir heute keine Gedanken mehr machen muss. Zum Beispiel musste ich, wenn ich auf Toilette musste immer erst durch die ganze Schule fahren um mir jemanden zu suchen der mit mir zur Toilette geht. Zivis und Lehrer durften es nicht, und die Krankenschwester war immer unterwegs. Die Lehrer wussten nicht was sie mit mir machen sollten, weil ich ja nicht mehr mitgekommen bin im Unterricht, da haben die mich Fliesen zählen lassen. Meine Lehrerin wollte immer, dass ich eine Magensonde kriege, weil ich durch die Spastik nicht Kauen kann. Mir muss das Essen auch heute ganz klein gemacht werden. Die Lehrer fanden das anstrengend und hatten oft keine Zeit mir das Essen zu geben, weil das zu lange dauerte. Zum Glück hatte ich Mitschüler die mir helfen konnten, die haben mir das Essen dann gegeben! Meine Lehrerin hat auch immer zu mir gesagt, dass ich meinen Platz auf räumen soll wenn ich das gekonnt hätte, hätte ich das gemacht. Das selbst zu machen war undenkbar und meine Mitschüler zu fragen war schwierig, die mussten ja selbst gucken, dass alles in Ordnung war.
Viele Jahre haben mir meine Spastiken wahnsinnige Probleme bereitet, bis das richtig diagnostiziert werden konnte.

Seitdem bin ich in Münster in Behandlung, da reduzieren sie noch weiter die Medikamente. Es hat sich sehr gebessert, auch meine Bewegungsstörungen sind viel besser geworden. Die Bewegungsstörungen sind zwar immer noch da und die kriegt man auch nicht mehr weg, aber es ist wirklich kein Vergleich mehr zu früher! Damals hat mich das wirklich jeden Tag extrem gestört, weil ich immer so starke Spastiken hatte. Es war Tag für Tag richtige Arbeit für mich. Egal ob es die Mahlzeiten waren, das Sitzen, Anziehen, es war einfach alles schwierig. Wenn ich jetzt daran zurück denke und das lese, bin ich sehr froh und auch stolz dass es einfach so ist wie es jetzt ist! Dank den Botox-Spritzen die ich alle 3 Monate in Arme und Beine kriege, ist das alles noch besser geworden.

Ich hatte 2018 die Idee dass ich eine Augensteuerung für mein Talker testen und ausprobieren möchte. Erst hatte ein Talker-Berater starke Bedenken ob ich das hin kriege, weil er mich nur kannte wie ich sehr unruhig war. Er ist dann zu mir gekommen und hat mit mir die Augensteuerung ausprobiert. Er war begeistert wie gut ich das hin bekommen habe! Nach langem Theater mit der Krankenkasse, Bangen und Hoffen dass die Augensteuerung genehmigt wird, war es dann endlich im Dezember 2018 soweit!

Die Augensteuerung habe ich dann gekriegt. Einen Accent 1400 mit einer NuEye Augensteuerung. Erst ging es nicht so gut weil ich erst lernen musste wohin ich genau gucken muss. Es gibt zwei Ar-ten wie man die Augensteuerung bedienen kann, eine Möglichkeit ist: die Einstellung blinzeln, bei dieser Einstellung muss man blinzeln um ein Feld auszulösen. Dann gibt es noch die Einstellung Blickkontakt, da muss man für eine bestimmte Zeit auf eine Taste gucken dann wird die ausgelöst. Ich habe beide Ansteuerungsmethoden ausprobiert, und mittlerweile finde ich für mich Blickkontakt am besten! Der Talker muss immer den richtigen Abstand und Winkel haben. Wenn das nicht der Fall ist und der Talker nicht im richtigen Winkel steht, hat man Probleme.

Die Kalibrierung des Gerätes ist sehr wichtig. Auch wenn ich die Augensteuerung jetzt schon länger habe, ich merke selber wie ich den Kopf halten muss und welche Entfernung für mich am besten ist! Um mit der Augensteuerung richtig gut klar zu kommen, braucht man seine Zeit bis man alles so hat wie man sich das vorstellt. Ich habe rausgefunden, wenn der Talker weiter unten ist, also nicht auf Augenhöhe, dass das dann noch besser geht. Das habe ich bei Youtube gesehen und dann aus probiert, und tatsächlich geht das viel besser. Ich kann das jetzt so noch besser. Wie ge-sagt, es braucht alles seine Zeit, bis man seine perfekte Einstellung gefunden hat. Jetzt habe ich überhaupt keine Schwierigkeiten mehr, ich finde das total einfach jetzt. Manchmal braucht man einfach ein paar Anreize um zu sehen und merken, was für einen am besten ist. Jetzt bin ich eine coole Frau die hinter einer Maschine sitzt, die ausschließlich mit den Augen spricht!!!
Im März 2019 war ich auf einem Talker-Seminar, da habe ich gelernt wie man mit dem Talker mit Skype umgeht. Da waren nur Leute mit einem Talker. Ich würde sehr gerne an mehr Seminaren und Fortbildungen teilnehmen. Als nächstes Projekt Habe ich geplant, Schülern an der Regelschule Wissen über Menschen mit Behinderungen und Kommunikationshilfen zu vermitteln. Meine Be-treuer aus der Werkstatt unterstützen mich dabei sehr.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich ganz vielen Leuten die auch einen Talker haben helfen und diesen Leuten Mut und Wissen vermitteln kann. Das wird ein langer Weg, ich werde es aber schaffen. Wie sagt man so schön? Nur der Weg ist das Ziel!!

Minfo 03-21

Dynamischer Talker

Accent 1400 mit Augensteuerung Look™14-30

Der Accent 1400 kann um die Augensteuerung Look™14-30 erweitert werden, die eine Steuerung ausschließlich mit den Augen ermöglicht. Viele Einstellungsoptionen erlauben das Anpassen an individuelle Bedürfnisse.

Mattie Matlock: „Jetzt benutze ich meine Kommunikationshilfe jeden Tag. Sie ist für mich jetzt wie eine zweite Natur!“

Hallo, mein Name ist Mattie Matlock und ich benutze eine Kommunikationshilfe, seit ich drei Jahre alt bin, und ich bin jetzt 35 Jahre alt.

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die es liebt, andere Menschen über die Kommunikationshilfe zu unterrichten. Bevor ich auf das eingehe, was ich unterrichten möchte, lassen Sie mich Ihnen sagen, welche Art von Kommunikationshilfe ich heute benutze. Ich benutze einen Accent 1400 mit einem Punkt in der Mitte meiner Stirn, um auszuwählen, was ich sagen möchte. Ja, ich kann alleine sprechen, aber meine Sprache ist manchmal für andere Menschen schwer zu verstehen. Wenn das passiert, nehme ich meinen Accent, tippe alles ein und lasse es meinen Accent aussprechen.

Nun, als ich jünger war, habe ich meinen Accent nicht immer zur Hilfe genommen, sondern ich habe mich immer wieder wiederholt, und wenn sie nicht verstanden, was ich ihnen auf diese Weise sagen wollte, dann hätte ich als nächsten Schritt versucht, es ihnen zu buchstabieren. Ich wäre das Alphabet durchgegangen und hätte jedes Wort so lange buchstabiert, bis sie verstanden hätten, was ich ihnen sagen wollte. Lassen Sie mich nur sagen, dass es dumm von mir war, das zu tun, denn ich hatte eine perfekt funktionierende Kommunikationshilfe direkt vor meinem Gesicht.

Warum habe ich das alles getan? Lassen Sie mich es Ihnen sagen. Als ich jünger war, dachte ich, dass ich alles alleine machen könnte, und als ich meine erste Kommunikationshilfe bekam, dachte ich mir: “Ich kann alleine reden, ich brauche diese Kommunikationshilfe nicht. Also war ich entschlossen, allen zu beweisen, dass ich diese Kommunikationshilfe nicht brauche. Erst als ich in die High School kam, wurde mir klar, dass mich außer meinen Eltern nicht jeder verstehen wird. Dann begann ich, meine Kommunikationshilfe immer öfter zu benutzen. Jetzt benutze ich meine Kommunikationshilfe jeden Tag. Sie ist für mich jetzt wie eine zweite Natur.

Als ich meine Kommunikationshilfe bekam, dachte ich, mein Logopäde würde mir sagen, dass ich nicht richtig spreche, und es war erst in der High School, als ich versuchte, mit meiner Kommunikationshilfe zu sprechen, und es ging mir mit dem Kommunikationshilfe viel besser als ohne. Genau dann hat es Klick gemacht, die Kommunikationshilfe ist nicht in meinem Leben, um meine eigene Stimme zu ersetzen, sie ist hier, um mir das Leben zu erleichtern.

Das ist es, was ich allen, die eine Kommunikationshilfe haben oder bekommen könnten, mitteilen und beibringen wollte: Denken Sie nicht daran, dass Ihre eigene Stimme ersetzt wird, denn das ist nicht das, was die Kommunikationshilfe tut, sondern sie gehört zu Ihrem Leben, Ihre Kommunikation mit anderen Menschen als Ihrer Familie, engen Freunden, die Sie verstehen können, auch ohne die Kommunikationshilfe zu ermöglichen. Es gehört zu Ihrem Leben, Ihre Kommunikation mit Fremden und Menschen, die nicht wissen, wie Sie sprechen, viel einfacher und besser auf Sie und für Sie zu machen.

Bei dem Artikel handelt es sich um eine Übersetzung. Den Original-Artikel finden Sie hier.

Minfo 02-20

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Dank des Talkers fühle ich mich nicht sprachlos.

Mein Name ist Susanne.

Im Sommer 2018 bemerkte ich erste Symptome einer neurologischen Erkrankung, die im Januar 2019 als ALS diagnostiziert wurde.

Bereits von Anfang an war meine Zunge betroffen und im Sommer 2019 war meine Sprache für Fremde nur noch schwer verständlich. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach einer Kommunikationshilfe. Von der Firma Prentke – Romich bekam ich einen Beratungstermin und mir wurden verschiedene Möglichkeiten gezeigt.

Außerdem erhielt ich von meinem Sanitätshaus als kurzfristige Hilfe ein einfaches Tablet mit Sprachprogramm ausgeliehen.

Dieses Gerät stieß aber, was die Schnelligkeit der Tippverarbeitung und die Lautstärke betraf, schnell an Grenzen.

Im September 2019 bekam ich einen Accent 800 zugeschickt und bald darauf auch eine persönliche Einführung. Nach 4 Wochen zur Probe und einer individuellen Anpassung durch eine Mitarbeiterin, die ich immer über E-mail oder Whatsapp erreichen kann, wenn schnelle Hilfe nötig ist, war klar, dieses Gerät passt für mich. Es kann sogar mit dem Handy gekoppelt werden und ich kann damit prima telefonieren, zumindestens mit Menschen, die mich und den Talker kennen. So kann ich auch gut Kontakt zu meinen Kindern halten, die 100km entfernt wohnen, seit ich im November in ein Wohnpflegeheim für Behinderte umgezogen bin, weil meine körperlichen Einschränkungen einen Verbleib in der eigenen Wohnung nicht mehr erlaubten.

Auch dort war ich mit meinem Talker schnell integriert. Ich fühle mich mit ihm, als könnte ich noch reden, kann zu allem meinen Kommentar abgeben, sagen, was ich möchte und was nicht, mich mit allen unterhalten. Dank des Talkers fühle ich mich nicht sprachlos.

Im Januar/Februar war ich 6 Wochen auf Reha. Dort war ich dank Elektrorollstuhl und Talker überall bekannt. Beim Warten auf den Aufzug gab es immer wieder kurze Gespräche mit fremden Leuten, alle waren vom Sprachgerät begeistert und von den Möglichkeiten, die es bietet.

Auch in der 500-Betten-Klinik war ich mit Hilfe des Talkers gut integriert und hatte einen großen Bekanntenkreis, mit dem ich mich regelmäßig beim Warten, beim Essen und in der Freizeit unterhalten habe.

Der Talker ist mein ständiger Begleiter auf dem Rollatortablett, im Rollstuhl und er schläft bei mir im Bett, damit ich mit der Nachtschwester kommunizieren kann.

Immer wiederkehrende Redewendungen habe ich einprogrammiert, das Meiste schreibe ich aber über die Tastatur. Der einprogrammierte Teil wird nach und nach größer werden, wenn die Motorik der Hände nachläßt. Momentan ist sie noch gut.

Ohne den Talker hätte ich bestimmt schon eine Depression, weil ich ein mitteilungsbedürftiger Mensch bin, der gerne mit seiner Umwelt in Kontakt tritt. Sprachlosigkeit wäre für mich ganz schlimm!

Dynamischer Talker

Accent 800

Der Accent 800 ist unsere kompakteste Kommunikationshilfe mit MINSPEAK®. Die Accents sind unsere leistungsfähigsten Kommunikationshilfen. Sie lassen sich besonders individuell anpassen und bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten der Umfeldsteuerung.



Ein Leben ohne meinen Talker kann ich mir nicht mehr vorstellen

Hallo, ich heiße Nency Pfeifer und bin 20 Jahre alt. Ich wohne in einem  kleinen Ort in der Nähe von Bremen.

Ich sitze seit meiner Geburt an im Rollstuhl. Da mein Bewegungszentrum im Gehirn kaputt ist, kann ich auch nicht sprechen, deshalb benutze ich einen Sprachcomputer. Der Powertalker, der jetzt auch Accent genannt wird, habe ich vor meiner ersten Klasse bekommen. Mittlerweile habe ich den Accent 800 mit 144 Feldern. Das Gerät hat mein Leben unheimlich erleichtert. Und nicht nur mein Leben, sondern auch das Leben meiner Familie, denn bevor ich den Powertalker hatte, musste meine Familie immer  erraten, was ich in diesem Moment wollte. Manchmal hat es Stunden gedauert, bis sie herausgefunden haben, was ich wollte. Jetzt wissen Sie in 1-2 Minuten, was ich will, indem ich das jetzt aufschreibe. Damals konnte ich auch nicht niemanden etwas fragen und ebenso keine Fragen von Irgendjemandem beantworten, obwohl ich alles verstanden habe. Nur ausdrucken konnte ich mich nicht. Das alles kann ich mit Hilfe meines Sprachcomputers jetzt.

In ersten Jahren meines Lebens, war ich so zu sagen mit meinen Gedanken ganz alleine, weil ich niemandem sie erzählen konnte. Es war kein schönes Gefühl. Man wollte sich mitteilen, konnte aber nicht. Ich war gefangen in meinen eigenen Gedanken und Gefühlen. Ja!  Das hört sich jetzt vielleicht komisch an und vielleicht glauben Sie mir ja nicht und das müssen Sie auch nicht, aber es war so. Der Schlüssel aus meinem dunklen Käfig war der Powertalker. Plötzlich war ich Frei. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich meine Gefühle ausdrücken oder sagen, was ich denke, oder was mir nicht passte. Ich kann jetzt meine Meinung mitteilen, kann mit den Leuten über ein Thema diskutieren. Ja, der Powertalker hat meinem Leben einen Sinn gegeben. Das Gerät ist für mich viel mehr als nur so ein komisches Gerät, das spricht. Der ersetzt meine Stimme. Der Powertalker  ist ein Teil von mir.

Ich kann aber die Leute auf eine gewisse Art auch verstehen, die ein Powertalker haben, ihn aber nicht benutzen wollen. Klar, ist das bequemer, zu erraten lassen, was man möchte, oder was man sagen will. So habe ich auch früher gedacht bzw. gesagt. Bis ich gezwungen wurde, den Powertalker zu benutzen, dann habe ich mit der Zeit selber Freude am Powertalker gefunden.

Ich weiß die Leute, die ganz normal sprechen können, haben es ziemlich leicht. Sie müssen nicht das, was sie sagen möchten, erstmal alles eintippen, um es zu sagen. Ja, das stimmt, dass man schon vieles aus den Gesichtern ablesen kann, wenn man sich schon gut kennt. Aber Gedanken kann keiner im Gesicht ablesen. Ein Leben ohne ihn kann und will ich mir nicht mehr vorstellen.

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PRD - weltweit vernetzt und engagiert

In einem starken Verbund

Wir stehen national und international in engem Kontakt und intensivem Austausch mit vielen Firmen und Vereinen, die sich für Unterstützte Kommunikation einsetzen.



Let‘s talk about Wurst, Baby!

Mein Sohn Willi kann nicht sprechen. Er ist sechs Jahre alt, er hat das Down-Syndrom und das West-Syndrom, eine schwere Form der Epilepsie, die sein Gehirn im Säuglingsalter schwer geschädigt hat. Zu meiner größten Freude ringt Willi sich mit Mühe seit neustem das Wort Ma Ma ab. So viele Jahre habe ich darauf gewartet, nun kann er es und versteht auch langsam, dass man Mama sagen kann, damit Mama kommt.  Pa für Papa und Opa hat er schon seit längerem drauf, denn Papa ist der Größte! Das sind tolle Fortschritte, aber wenn man bedenkt, dass Willis Wortschatz damit genau fünf  Worte umfasst (zusätzlich gibt es noch ja, Aba für Auto, M für Kuh und Zast für Schaf) kann man sich ausrechnen, dass Willi in dem Tempo bis zur Pubertät etwa zehn „Wörter“ wird sprechen können.

Aber es gibt ja auch noch die Gebärden. In den letzten Jahren haben wir mit Willi einen relativ großen Wortschatz erarbeitet, der hauptsächlich Essbares umfasst, aber auch Spielzeuge, Lieder und natürlich Fernsehfilme. Schade nur, dass Willis Gebärden lediglich von einer Handvoll Leute spärlich verstanden wird.

Und so war und ist Kommunikation mit Willi ein Problem. Ein massives Problem, und es zerreißt mir das Herz, wenn ich Willis Verzweiflung sehe, weil er Bedürfnisse hat, die er uns nicht mitteilen kann, und es zerreißt mir die Nerven, wenn Willi laut und lauter schreien muss, um sich auszudrücken.

Vor einem Jahr wurde ich auf die Idee gebracht, für Willi einen Talker zu beantragen. Ich verfolgte das Thema zuerst nicht sehr zielstrebig, denn ich ging davon aus, dass Willi mit dem Gerät überfordert sein würde. Da Willi aber an unserem iPad eine ziemliche Hochbegabung zeigte, gingen wir doch in eine Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation. Ein paar Monate, Termine und Anträge später hatten wir unseren NovaChat 10 auf dem Tisch stehen, der eigentlich nichts anderes ist als ein Tablet-PC mit einer speziellen Kommunikations-Software und einem Gummischutz drum herum.

Erst einmal hatte ich ganz schön viel Respekt vor dem Ding. Es war so teuer und es sah so aus, also könnte unser wilder Willi es ziemlich schnell kaputt machen. Ich dachte auch, ich könnte am Anfang etwas falsch machen, so dass Willi seinen Talker nur als Spielzeug begreifen würde, auf dem man herum drückt, damit Geräusche herauskommen wie bei den Sachen, die er reihenweise im Schrank hat…

Und dann habe ich tatsächlich etwas falsch gemacht. Statt ihn mit dem Talker herumspielen zu lassen, dachte ich, ich müsste so etwas wie Therapieeinheiten mit dem Talker absolvieren. Ich nötigte Willi dazu, bestimmte Tasten zu drücken, und belohnte ihn dafür mit Gummibärchen. Willi war aber diese Form des Gummibärchen Essens zu anstrengend und er wurde bald schon genervt, wenn er den Talker nur sah. Erst als ich von meiner therapieverkrampften Haltung herunterkam, nämlich dass Willi das Gerät sofort zielgerichtet benutzen sollte, fand Willi Spaß an der Kiste. Wir stellten es beim Essen mit auf den Tisch, Willi drückte sich durch die Seiten mit Nahrungsmitteln hindurch und freute sich, wenn er etwa Pfannkuchen oder Eis entdeckte. Er verstand das Ebenensystem erstaunlicherweise sofort und konnte sich die Symbole oft schon beim zweiten Benutzen merken, unglaublich! Das nächste, womit mich Willi überraschte, war sein Humor! So bekam Willi zum Beispiel ein Brot und ihn in gewohnter Manier „Na Willi, ist das ein lecker Brot!“, wie üblich keine Antwort erwartend, und plötzlich drückte Willi „eklig“ und grinste mich an. Ich sagte „Nein, das ist doch ein lecker Brot“ und drückte „lecker“, worauf Willi erneut „eklig“ drückte und mir begeistert ins Gesicht lachte! Und ich begriff: Er hatte einen Witz gemacht!!!

Den Witz hat er seit dem gefühlte 10.000 Mal gemacht und das finde ich auch angebracht, wenn man die sechs Jahre vorher nie Quatsch reden konnte. Ein super Brüller aus Willis Sicht ist es auch, beim Abendbrot ständig Frühstück zu drücken und umgekehrt. Es amüsiert ihn köstlich! Vor dem Talker habe ich nicht mal geahnt, dass so ein kleiner Scherzbold in ihm steckt, denn es fehlten ihm die Worte oder wir haben ihn wahrscheinlich einfach korrigiert…

Den einen oder anderen unbeabsichtigten Witz hat Willi natürlich auch schon mit dem Talker gemacht. Zum Beispiel am Tag seiner Einschulung saß die ganze Familie am Kaffeetisch und alle redeten auf ihn ein, was er auf seinem Talker drücken sollte. In seiner Verwirrung kam er aus Versehen auf die Taste  „Ich sage nichts ohne meinen Anwalt“, was definitiv der Lacher des Tages war!

Ein Meilenstein für Willi war, als ich auf seinen Talker seinen Tischspruch vom Kindergarten gesprochen hatte. Als Willi zum ersten Mal in seinem Leben „Piep piep piep, Guten Appetit“ sagen konnte, ist er fast vom Stuhl gefallen vor Freude. Lange kam Willi aus der überschwänglichen Begeisterung nicht heraus, wenn er diese Taste drückte: Er lachte und lachte und lachte! Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass das die schönsten Momente im Leben einer Mutter sind, wenn man sein Kind so glücklich sieht: Drei Jahre war Willi im Kindergarten und nicht EIN Mal konnte er den Tischspruch mit sprechen! Inzwischen dürfte er die drei Jahre aus meiner Sicht langsam aufgearbeitet haben… aber piept mit Leidenschaft weiter – gut so! Den aktuellen Tischspruch der Schule haben wir daneben auf eine weitere Taste gelegt.

Mittlerweile hat Willi herausgefunden, dass der Talker ihm einen großen, neuen Wortschatz über seine Gebärden hinaus liefert. Wenn Willi Wurst möchte, macht er meistens als erstes die Gebärde für Wurst und sagt dann noch mit dem Talker etwa „Ich möchte Salami“. Und bei einigen Dingen erfahre ich erst über den Talker, dass Willi sich für sie interessiert. Wenn ich zum zehnten Mal  „ich möchte Brezel“ höre, kann ich eine Gebärde für Brezel heraussuchen und natürlich bei nächster Gelegenheit Brezeln kaufen! Auf jeden Fall hat Willi das Ursache-Wirkung-Prinzip verstanden. „Ich möchte Eis“ drücken ergibt bestenfalls ein Eis, aber auf jeden Fall eine Antwort darauf: Er wird gehört! Das Ganze zu übertragen auf „Ich möchte fernsehen“ ist ihm (noch) nicht gelungen, aber dass er „Gib mir fünf“ drücken kann und dann jemand mit ihm abschlägt, findet Willi super!

Wir sind noch weit davon entfernt, mit Willi abstrakte Unterhaltungen zu führen, er ist und bleibt schwer geistig behindert, auch wenn man ihm einen Berg Verben und Präpositionen zur Verfügung stellt, kann er sie noch lange nicht benutzen. Aber ich bin erstaunt, wie schnell Willi das Prinzip des Gerätes verstanden hat und ich bin sicher, dass es uns noch einiges an Kommunikation mit unserem Sohn ermöglichen wird, welches uns sonst unmöglich gewesen wäre. Nicht zu vergessen, dass nun auch die Großeltern und Lehrer verstehen können, wenn Willi beim Essen mehr Soße auf seine Nudeln haben möchte, ganz ohne dass Willi dafür schreiben muss!

Und dann sind da noch diese ganz besonderen Momente, weshalb ich den Talker liebe: neulich fiel mir auf, dass Willi auf der Seite mit Musik und Instrumenten, immer wieder die Taste Lied drückte und sich dann zärtlich an meine Wange schmiegte. Da Willi sonst eher ein stürmischer Typ ist, war diese Berührung auffällig. Aber ich verstand nicht, was das mit einem Lied zu tun hatte. Am nächsten Tag beobachtete ich, wie Willi erneut das Wort Lied drückte und dann seinem Papa auf den Schoß stieg und sein Gesicht zärtlich umfasste. Und dann begriff ich: Willi hatte das Wort falsch verstanden! Er hörte lieb und hatte uns zum ersten Mal GESAGT, dass er uns lieb hat!!! Ich weiß nicht, ob ich so etwas Schönes schon erlebt hab! Lieb! Lieb! Lieb! DANKE!

Birte Müller

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In einem starken Verbund

Wir stehen national und international in engem Kontakt und intensivem Austausch mit vielen Firmen und Vereinen, die sich für Unterstützte Kommunikation einsetzen.



Interview mit Veronika

KM: Veronika, magst du dich kurz vorstellen?
VH: Hallo! Ich bin Veronika Huck, bin 26 Jahre alt. Ich arbeite schon mit dem Talker seit 15 Jahren! Vor meinem ECO 2 Talker hatte ich 2 Talkers: Delta-Talker und Power-Talker. Mit mein Talker arbeite ich 24 Stunden. Wenn was nicht geht, dann bin ich auf 180. Das geht mir auf den Sack. Das ist mein Mund, kein Gerät für mich!

Was macht dir Spaß mit deinem Talker?
Was heißt Spaß????? Mein Talker ist doch kein Spielzeug. Ich spreche nur mit dem Talker, weil ich nicht sprechen kann. Das  finde ich Hammergeil, das es so was gibt. Deswegen macht es mir Spaß.
Ich habe 1 Jahr in einer Schule gearbeitet, das hat mir viel Spaß gemacht! Ich mache gern Partys, höre Musik ganz laut, surfe im Internet und schreibe ganz viele SMS. Ich esse gern die Schokolade und shoppen ist meine Lieblingsbeschäftigung!

Du hast also im vergangenen Jahr in deiner ehemaligen Schule gearbeitet – gemeinsam mit deiner ehemaligen Lehrerin. Was genau hast du in der Schule gemacht?
In der Schule hatte ich zwei Schüler: Ich erzähle mal über Einen. Er hat sein Talker in der ersten Klasse bekommen, inzwischen ist er in der 9. Klasse. Er hatte einfach kein Bock mit dem Talker auch ein einziges Wort zu schreiben. Als ich in die Schule kam, war er wie ausgewechselt, weil ich ihm auf den Sack gegangen bin. Ich habe mit ihm so lange gesprochen, bis er endlich mal Bock hatte.

Wer hat mit dir begonnen das Talkern zu lernen? Was hat dir beim Sprechen lernen mit dem Talker geholfen?
Mit meinem ersten Talker hat meine Lehrerin mir sehr viel geholfen. Sie hat mir den Talker einfach vor die Nase gestellt, da hatte ich keine Wahl mehr. Sie hat das mit mir so gemacht, ob ich Talker haben wollte oder nicht. Na ja, ich gebe auch zu, ein bisschen gemein war das von ihr. Ich habe gar nicht verstanden, warum ich überhaupt den Talker brauche. Und ich bin Regina von ganzem Herzen dankbar, dass sie so mit mir war. Die letzten Jahre bin ich alleine zu Recht gekommen, weil ich keine Hilfe brauche.

Wie reagieren deinen Mitmenschen auf den Talker?
Es ist mir egal, was die Leute über den Talker denken. Es ist einfach für mich. Wenn die Leute mich wie ein Baby behandeln, oder nicht abwarten können, bis ich mit schreiben fertig bin, was sie mich gefragt haben, oder wie die meisten sagen “wir haben keine Zeit“, dann brauchen sie mich  erst gar nicht fragen. Dann mache ich die Leute fertig, und das macht mir ein bisschen Spaß.

Du hast gesagt, dass shoppen deine Lieblingsbeschäftigung ist?
Ich fahre nach Bremen, Bremerhaven oder Hamburg zum shoppen. Ich mag einfach große Städte. Ich fahre mit meiner Mutter oder meinen Freunden. Aber am liebsten mache ich was mit meinen Freunden.

Wie trittst du mit deinen Freunden in Kontakt?
Meistens treffe ich mich mit meinen Freunden in der Stadt. Sie kommen mich besuchen, oder ich sie und wir fahren mit dem Bus weg.
Ich komme manchmal um 5 Uhr morgens nach Hause. Beim Facebook habe ich auch mit Vielen Kontakt. Ich surfe im Internet und schreibe ganz viele SMS.

Ich weiß, dass du gern schwimmst. Was gehört für dich zu einem guten Schwimmausflug?
Ich gehe schon seit 17 Jahren jeden Samstag schwimmen, ich kann gut tauchen. Na ja, ich weiß nicht, ob mir Schwimmen Spaß macht, ich gehe einfach. Aber im Center Parcs macht mir großen Spaß schwimmen zu gehen.

Möchtest du noch was sagen?
Das war meine geile Geschichte, habe ganz alleine geschrieben!
Mit dem Talker kann ich auch die Leute super fertig machen, die mir auf die Nerven gehen und das finde ich Hammergeil!

Vielen Dank, Veronika!

Die Fragen stellte Katrin Möhlecke. Die Antworten wurden von Veronika per E-Mail übermittelt.

Dynamische Talker von PRD: NovaChat, Accent oder PRiO?

Diese Bandbreite bekommen Sie nur bei uns!

Bei den komplexen Kommunikationshilfen mit Sprachausgabe finden Sie bei uns die NovaChat- und PRiO-Geräte der Firma Saltillo sowie die Accent-Geräte der Firma PRC. Alle drei Systeme sind in Deutschland exklusiv bei PRD erhältlich.

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Zusätzlich zu unseren Präsenzveranstaltungen (Konferenzen, Seminare und Workshops) bieten wir auch Internet-basierte Fortbildungen an.

An den kostenfreien interaktiven Fortbildungen können Sie bequem vom PC oder Tablet aus teilnehmen.



Tim redet am liebsten über Fußball

Unser Sohn Tim Michalsky ist 19 Jahre alt und verfügt bis auf wenige Worte über keinerlei Lautsprache. Tim arbeitet in einer Werkstatt und am liebsten sitzt er am Computer oder spielt X-Box.

Mit etwa 2 Jahren fing Tim an, ein enormes Interesse für Bücher zu entwickeln. Ab diesem Zeitpunkt konnte man kaum an einem Buchladen vorbeigehen, ohne dass Tim dort nicht im Bereich der Sachbücher stöbern wollte.
Bis zu seinem 5. Lebensjahr hatten wir eine Menge Sachbücher angeschafft, die Tim inhaltlich erfasste und für seine Kommunikation und seinen Wissensdrang brauchte. Bereits im Kindergartenalter war uns bewusst, dass Bilder für seine Kommunikation immer wichtiger wurden. Zur Unterstützung seines Mitteilungsdrangs nutzten wir dann Bilder aus dem Kindergarten (Eingangsbereich, Gruppenraum, Stuhlkreis, Fotos von Kindern), die ihm halfen, seine Erlebnisse und Erfahrungen besser auszudrücken.

Mit 5 Jahren wechselte Tim zu einer Logopädin, die sich für den Bereich UK interessierte und uns mit ersten Bildern aus der UK versorgte. So haben wir Tim ein erstes Heft mit Bildern aus dem UK-Bereich angelegt und auch in der Wohnung in einigen Bereichen sichtbar gemacht, sodass er z.B. in der Küche konkret sagen konnte: „Ich habe Hunger“ oder „Ich habe Durst“.

Weil Tim aber im Laufe der Zeit neben der Kommunikation mit Bildern auch eine eigene Gebärdensprache aufbaute und wir ihn so viel besser und schneller verstehen konnten, wollte er die Bilder immer weniger anwenden.
Im Zuge der Einschulung lernten wir dann Herrn Gülden kennen und Tim wurde zum ersten Mal mit einem Talker vertraut gemacht, den er supertoll fand. Kurz vor seiner Einschulung wurde der Talker dann geliefert und Tim gelang es, sich sehr schnell mit Hilfe des Hauptwort-Bereichs zu verständigen. Dies führte dazu, dass die Kommunikation zunahm und Tim stolz darauf war, sich fremden Personen konkret mitteilen zu können. Trotz dieser Erfolge kam der Zeitpunkt, wo Tim den Talker immer weniger nutzen wollte, bis er ganz aufhörte, mit dem Talker zu reden.

Da Tim sehr kontaktfreudig ist und er durch den Talker viel bessere Möglichkeiten hat, sich zu verständigen, versuchten wir immer wieder, Tim zur Nutzung des Talkers zu bewegen. Tim hatte dann mehrmals Kontakt zur Talkernutzerin Fikria Abbaz, wodurch sein Ehrgeiz, mit dem Talker zu reden und zu lernen, wieder geweckt wurde. Seit einem Jahr benutzt er ihn wieder täglich.

Am liebsten redet Tim über Fußball. Hierfür haben wir eine Fußballseite angelegt, mit der man mitteilen kann, welcher Verein gegen welchen spielt, die Spielergebnisse nennen kann und typische Wörter aus dem Fußballbereich wie Foul, Elfmeter, Einwurf etc. findet.

Um Tim zum Lesen zu animieren, schnitten wir Zeitungsartikel aus über Themen, die Tim interessierten. Mittlerweile nutzt er die ABC-Tastatur immer häufiger selbstständig zum Lesen oder um irgendwo etwas abzuschreiben und uns mitzuteilen. Oft sitzen wir morgens am Esstisch und quatschen über viele Dinge, wobei seine Kommunikation jetzt zu einer Kombination aus Talker und seiner Eigensprache geworden ist. Zur Erweiterung seiner Möglichkeiten versuchen wir immer, das, was Tim in seiner Eigensprache äußert, in einem Satz aufzubauen.

In bestimmten Situationen – z.B. Arztbesuch – benutzt Tim ein Notizbuch, das wir angelegt haben, um einen Text vorher abzuspeichern. Wenn Tim früher zum Arzt ging, stand er stumm da. Nun geht er selbstbewusst zur Anmeldung und kann sagen: „Ich heiße Tim Michalsky! Ich möchte zum Arzt!“

Sehr interessant ist es zu sehen, wie die Menschen auf den Talker reagieren, die so plötzlich damit angesprochen werden. Manche verstummen und wissen wohl nicht, wie Sie hierauf reagieren sollen. Manche bekommen mit, was Tim sagt, wenden sich aber zum weiteren Reden an mich. Und es gibt Leute, die direkt begeistert sind und mit Tim sofort angeregt reden.

Durch den Talker hat Tim bereits viele positive Erlebnisse gehabt, sodass wir täglich daran arbeiten, seine Fähigkeiten zur Kommunikation zu verbessern.

Von Andrea Michalsky.
Kontakt: Stfn-Mick@t-online.de

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Über uns

10 gute Gründe für Kommunikationshilfen von PRD

Erfahren Sie hier, was Prentke Romich Deutschland so besonders macht, und welche Vorteile für Sie damit verbunden sind.

Warum Unterstützte Kommunikation?

Entscheidender Beitrag zur Kommunikationsentwicklung

Das Ziel von Unterstützter Kommunikation ist es, Menschen aller Altersgruppen, die sich nicht oder nur sehr schwer verständlich äußern können, bessere Verständigungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Unterstützte Kommunikation erfordert keine besonderen Voraussetzungen und ergänzt die individuell vorhandenen Ausdrucksfähigkeiten der Person. Neben Gesten, Gebärden, Symbolkarten, Kommunikationsbüchern usw. kommen dabei auch verschiedenartige Hilfen mit Sprachausgabe zum Einsatz.



Sabrina und ihr Talker

Sabrina ist jetzt 11 Jahre alt, ihre Motorik ist beeinträchtigt, ebenso ihr Gehör, und sie kann sich bis auf die Worte „Mama“ und „ja“ nicht lautsprachlich äußern. Sie ist ein sehr fröhliches, geselliges Kind und stolze Besitzerin und Nutzerin eines SmallTalkers.

Als sich im Kindergartenalter abzeichnete, dass sich bei Sabrina das Sprachvermögen nicht so entwickelt, dass sie sich anderen gegenüber verständlich machen kann, begannen wir zu überlegen, wie man ihr hierbei am besten helfen soll. Durch ihre motorische Beeinträchtigung wäre die Deutsche Gebärdensprache für sie zu schwierig zu benutzen. Mit unserer damaligen Logopädin probierten wir mit ihr die GUK-Gebärden aus. Anfangs fand Sabrina es eher amüsant und nutzte diese Möglichkeit nicht wirklich. Hier ist die „Schuld“ sicher auch teilweise bei uns als Eltern zu suchen, da man sein Kind auch ohne Worte versteht und daher nicht auf die Nutzung der Gebärden besteht.

Nachdem wir mit Sabrina das erste Mal eine Delfintherapie absolviert hatten, änderte sich das jedoch. Es wurde dort viel Wert darauf gelegt, dass Sabrina sich – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – mitteilt. So hat sie gelernt, was man mit Kommunikation alles erreichen kann. Für Sabrina wurde es mit zunehmendem Alter immer wichtiger, sich uns und anderen gegenüber verständlich zu machen. Sich nicht mitteilen zu können, führte oft zu großer Frustration.

Mit dem GUK-System stießen wir aber bald an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Daher hat uns wiederum unsere Logopädin empfohlen, uns hinsichtlich der Anschaffung eines Talkers beraten zu lassen. Wir sind zuerst von einem recht einfachen Gerät ausgegangen, vielleicht mit ein paar vorgegebenen Aussagemöglichkeiten. Aber nachdem Frau Lederer sich ein wenig mit Sabrina beschäftigt hat und sie einiges ausprobieren durfte, stand recht schnell fest: es soll ein SmallTalker mit der Quasselkiste 45 werden. Um das Ansteuern der richtigen Felder zu erleichtern, bekam sie ein Gitter über dem Bildschirm. Das war genau die richtige Entscheidung!

Zum Glück ist unsere Brina eine technisch interessierte junge Dame! Sie liebt jede Art von Gerät, sei es Spielcomputer, CD- oder DVD-Player usw. Daher hatte sie auch keinerlei Berührungsängste und nahm ihren Talker freudig in Betrieb.
Ich muss ehrlich zugeben, dass Sabrina sich das Gerät weitgehend selbst erarbeitet hat. Sie hat jeden Tag davor gesessen und emsig alle Seiten ausprobiert. Zuerst war es für sie eher ein interessantes Spielzeug, aber nach und nach hat sie den Talker gezielt eingesetzt um zu antworten, sich mitzuteilen oder Wünsche zu äußern. Anfangs benutzte sie einzelne Worte, dann Zwei- und Dreiwortsätze (z.B.“Mama Hunger Fleisch“) bis hin zu ganzen Sätzen. Mit der Zeit konnte sie sich immer besser ausdrücken.

Nach einiger Zeit beschlossen wir in Absprache mit Frau Lederer, dass Sabrina auf die Wortstrategie 84 umsteigen sollte, da hier die Möglichkeiten zum Bilden grammatikalisch richtiger Sätze einfacher sind. Alle fanden die Idee toll, nur Sabrina nicht. Zuerst hat sie sich komplett verweigert. Sie wollte ihren Talker nicht mehr benutzen. Zeitweise mussten wir wieder auf die alte Version umschalten, um die Kommunikation im Hause wieder in Gang zu bringen. Aber letztlich siegte doch der Wunsch, sich mitteilen zu können, und Sabrina gab dem neuen Programm eine Chance.

Wieder hat sie sich durch probieren fast selbstständig mit dem System vertraut gemacht. Sie begann auch Texte abzuschreiben, von Lebensmittelverpackungen, Zeitungen, Speisekarten, Hinweisschildern, einfach alles, was ihr unter die Augen kam. Zeitweise hat sie ihre Kinderbücher abgetippt und sich dann angehört. Sie hat sich manchmal auch kleine Geschichten ausgedacht, die dann immer länger und länger wurden …

Wir denken, dass der Talker ihr sehr beim Lesen- und Schreibenlernen geholfen hat. In der Schule wurde der Talker von Anfang an mit eingebunden. Da Sabrina motorisch leider nicht in der Lage ist, mit einem Stift zu schreiben, hat sie zuerst die Aufgaben mit dem Talker bearbeitet. Später haben wir ihr ein Netbook eingerichtet, welches sie jetzt im Unterricht benutzt. So kann sie uns zu Hause zeigen, woran sie in der Schule gearbeitet hat.

Nachdem wir dann durch Frau Lederer auch noch erfahren haben, dass das Kabel, welches wir liebevoll mit den Unterlagen des Talkers aufbewahrt und bisher vollständig ignoriert hatten, die Möglichkeit bietet, den Talker als Tastatur am Netbook zu nutzen, machte es die Sache natürlich noch einfacher. Für Sabrina ist es somit einfacher, längere Texte zu schreiben.

Zu Hause nutzt sie dieses System für so nützliche Dinge wie Wunschlisten zu Weihnachten und Geburtstag, sowie für Briefe an ihre Patentante. Sie ist jedes Mal ganz stolz, wenn wir den selbstgeschriebenen Brief zum Briefkasten bringen. Ich bin auch sehr bemüht, keinerlei Korrekturen an den Briefen vorzunehmen, wenn auf die Frage nach Geburtstagswünschen z.B. geschrieben wird: „ich will ein T-Shirt, einen iTunes-Gutschein und was Großes, ich werde ja 11!“.

Wir sind oft erstaunt, wie geschickt Sabrina vorhandene Worte im Vokabular abändert, um somit Worte, die nicht vorgegeben sind, zu schreiben. Zum Beispiel wollte sie uns mitteilen, dass sie ihren Busfahrer gesehen hat. Da der Name Frank nicht gespeichert war, hat sie Frankreich ausgewählt und den Rest wieder weggelöscht. Nun planen wir die Anschaffung eines neuen Gerätes, Sabrina möchte unbedingt den Talker, mit dem sie SMS versenden kann. Sie interessiert sich auch mehr und mehr für Fremdsprachen, da ist die Wortstrategie in Englisch natürlich eine schöne Option.

Für unsere Tochter und unsere Familie ist der Talker ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Für uns ist es wunderbar, dass Sabrina sich trotz fehlender Lautsprache mit uns unterhalten kann. Sie berichtet von allem, was sie tagsüber erlebt hat, sagt, was sie möchte und was nicht, streitet sich mit ihrem Bruder („Christoph, wenn du jetzt nicht kommst bin ich traurig und muss weinen!“) usw. Für sie ist es wichtig, sich am allgemeinen Gespräch beteiligen zu können, ohne ständig missverstanden zu werden. Anfangs wurde von verschiedenen Seiten die Befürchtung geäußert, dass die Benutzung des Talkers eine mögliche Weiterentwicklung der Lautsprache verhindern würde. Das kann ich nicht bestätigen, Sabrina müht sich nach wie vor damit, gezielt Laute zu bilden. Sie versucht immer wieder zu singen oder vorzulesen („Mama, ich habe meinen Puppen vorgelesen. Mit dem Mund!“).

Ob es ihr jemals gelingen wird, sich verständlich lautsprachlich mitzuteilen, kann niemand sagen. Bis dahin ist für mich die Computerstimme, die laut „Mama, komm mal bitte!“ durchs Haus ruft, die Stimme meiner Tochter.

Susanne Timm

In 5 Schritten zum Hilfsmittel von PRD

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Wie bekomme ich das Hilfsmittel, das am besten zu der betroffenen Person passt?

Dynamische Talker von PRD: NovaChat, Accent oder PRiO?

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