Bärbel Weid-Goldschmidt

Lieber Paul!

Als wir uns kennengelernt haben, gab es noch keine Handys, mit denen man ganz schnell ein Foto macht. Deshalb sind die Bilder nur in meinem Kopf. Und das Gedächtnis ist leider auch schon löchrig, bewahrt aber hoffentlich noch einige Zeit die wichtigsten Erinnerungen.

Zu denen gehörst ganz unbedingt du:

Im Beginn der UK-Arbeit (1990!!) hast du bei den Gruppentreffen oft mit mir, meinem Paul und den UK-Leuten aus dieser Zeit hier in der Küche gesessen. Von Beginn an ging es dir vor allem darum, wie Sprache mit ihren Elementen und ihrer Differenziertheit mit Mitteln der UK umzusetzen war, etwas, wofür ja auch Bruce Baker seine ganze Kraft eingesetzt hat. Dessen Minspeak-System anwendbar zu machen auch für unsere Nutzer in Deutschland, hast du zusammen mit deiner Firma immer weiter verfolgt. Bei all euren technischen Umsetzungen hast du von Anfang an nach Wegen gesucht, wie das Lernen der „Fremdsprache UK“ methodisch und didaktisch erleichtert werden konnte, entsprechendes Material entworfen und Anregungen veröffentlicht. Es ging immer darum, dass Menschen nicht nur Grundbedürfnisse des Alltags vermitteln können, sondern auch differenzierte Gedanken, die Bezugspersonen nicht aus der Situation heraus erraten können. Martin Almon hätte z.B. ohne diese Unterstützung nie erreichen können, ohne Beherrschung der Schriftsprache das mitzuteilen, was ihm wichtig war und die technischen Möglichkeiten zu nutzen, tiefgehende Gespräche zu führen, Texte zu lesen, zu schreiben, in Vorträgen zu vermitteln.

Bei Martin habe ich selbst auch besonders deutlich miterlebt, wie wichtig dir der menschliche Kontakt zu UK-Nutzern und ihrem Umfeld war und wie du dich immer mit Verstand und Herz voll eingesetzt hast.

Durch deine persönlichen Beziehungen nach England und in die USA hast du auch immer wieder uns hier in Deutschland von den neuen Entwicklungen berichtet. Für die Vorkonferenzen des Kongresses hast du oft die Koryphäen – meist aus den USA – nach Deutschland gebracht.

Du hast alle Aspekte der Kommunikation beachtet – z.B. auch deutlich gemacht, wie entscheidend Körperhaltungen und Sitzposition für das Sprechen mit UK sind.

Ich habe keine Ahnung davon, was bei dir an die Stelle deiner beruflichen Arbeit treten kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du mit der Pensionierung den „Griffel fallen lässt“. Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass deine unerschöpfliche Kreativität dich weiter trägt – wie auch immer – und dass du weiter mit Birgit zusammen eine gute Zeit hast!

Ganz ganz herzlichen Dank für so Vieles!

Bärbel