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Einsatz Unterstützter Kommunikation (UK) bei Menschen mit Autismus (ASS)

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die unter anderem gekennzeichnet ist durch eine Beeinträchtigung der sozialen Interaktion und Kommunikation.
Obwohl Autismus nicht heilbar ist, gibt es zahlreiche pädagogisch-therapeutische Förderansätze und Methoden der Unterstützten Kommunikation, die die Entwicklung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) positiv beeinflussen. Durch einen möglichst frühen Einsatz dieser Methoden kann die Entstehung sekundärer Verhaltensauffälligkeiten (zum Beispiel Autoaggressionen) verhindert oder reduziert werden.

Mögliche Kennzeichen der beeinträchtigten sozial-kommunikativen Kompetenzen sind:

  • geringe Versuche, einen Kommunikationsaustausch zu initiieren oder aufrecht zu erhalten
  • fehlendes Bestreben, Freude, Interessen oder Tätigkeiten mit anderen zu teilen
  • mangelnde Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen

Die äußerst variable Ausprägung der Symptome bei ASS erfordert unterschiedliche Interventionsmaßnahmen und eine individuelle Gestaltung der UK-Förderung.

Nichtelektronische Hilfen

Eine Form der UK sind nichtelektronische Kommunikationshilfen wie Bild- oder Fotokarten, Symboltafeln und -mappen. Diese können mittels verschiedener Symbolsammlungen wie Metacom, PCS oder PRD-Bilder gestaltet werden. Sie finden ihre Anwendung in der Förderung von Menschen mit ASS unter anderem bei pädagogisch / therapeutischen Ansätzen wie PECS und TEACCH.

Einsatz einfacher elektronischer Hilfen

Einfache elektronische Kommunikationshilfen mit natürlicher Sprachausgabe wie  z.B. Step-by-Step und GoTalk dienen der Kommunikationsanbahnung bei kleinen Kindern oder Menschen mit geringen Kommunikationserfahrungen.  Diese Hilfsmittel ermöglichen Interaktionen zu initiieren und zu beeinflussen, das Erlernen dialogischen Verhaltens sowie den Aufbau einer Beziehung. Durch die erreichte Teilhabe kommt es zu einer sozialen Aufwertung des UK-Nutzers.

Einsatz komplexer elektronischer Hilfen

Strukturierung und Visualisierung sind wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen bei Menschen mit ASS. Sie verfügen häufig über gute visuell-räumliche Wahrnehmungsprozesse und eine ausgeprägte visuelle Merkfähigkeit. Gleichzeitig zeigen sie eine Abneigung gegen Veränderungen in ihrer Umwelt.

Unsere Minspeak-Anwendungsprogramme bieten ähnlich wie eine Computertastatur eine feste Oberfläche (eine konstante Anordnung der Bilder) und werden somit dem Drang nach Gleicherhaltung der Umwelt bei Menschen mit ASS gerecht.

Die feste Tastatur ermöglicht zudem motorisches Lernen und eine Automatisierung der Bewegungen. Durch diesen Automatisierungsprozess  muss sich der UK-Nutzer nicht mehr auf die Bewegung konzentrieren, sondern kann sich anderen Aspekten der Aktivität widmen.  

Aufgrund vorliegender Störungen der sensorischen Wahrnehmung ist die Reduzierung der Anforderungen in Hinblick auf Komplexität und irrelevante Reize notwendig. Bei allen Geräten mit synthetischer Sprachausgabe ermöglicht die Funktion des Vokabularmanagments ein vorübergehendes Ausblenden von nicht benötigtem Vokabular. So kann kleinschrittig und individuell  der Wortschatz aufgebaut und gefestigt werden. Bei Erweiterung des Wortschatzes durch Wiedereinblenden wird die Position des bereits erlernten Vokabulars in dem Anwendungsprogramm nicht verändert.

Für Menschen mit ASS, die schreiben können, bieten wir schriftorientierte Anwendungsprogramme an.

 

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