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Einsatz Unterstützter Kommunikation (UK) bei Menschen mit Aphasie

Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung nach Abschluss des Spracherwerbs, die verschiedene Modalitäten des Sprechens (Sprachverständnis, Sprachproduktion,  Lesen, Schreiben) in unterschiedlichem Ausmaß betrifft. Sie  bedeutet in der Regel keinen kompletten Sprachverlust.  Die häufigsten Ursachen einer Aphasie sind Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma und neurologische Erkrankungen.

Aphasien treten häufig in Kombination mit Störungen der Handlungsplanung (z.B. Apraxie) und/oder motorischen Einschränkungen (z.B. Halbseitenlähmung) auf.

Auswirkungen der Aphasie können  beispielsweise

  • sinkende Beteiligung in der Alltagsgestaltung,
  • weniger Beteiligung an Gesprächen,
  • geringere Selbstbestimmung,
  • Isolation und Hilflosigkeit

sein.

Die Fördermaßnahmen im Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK) sollten zu einem möglichst frühen Zeitpunkt nach dem Eintreten der Schädigung beginnen. Das Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit des Betroffenen insoweit zu verbessern, dass er möglichst eigenständig am aktiven sozialen Leben teilhaben kann. Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich der Einsatz elektronischer Hilfsmittel häufig positiv auf die lautsprachlichen Kompetenzen des Betroffenen auswirkt. Des Weiteren erleben wir, dass Betroffene und ihr soziales Umfeld den Einsatz von UK als entlastend empfinden.

Das äußerst breite Spektrum der Symptome bei aphasischen Störungen erfordert unterschiedliche Interventionsmaßnahmen und eine individuelle Gestaltung der UK-Förderung. Idealerweise erfolgt die Therapie multimodal in einem interdisziplinären Team.

Nichtelektronische Hilfen

Eine Form der Unterstützung sind nichtelektronische Kommunikationshilfen wie Bild- oder Fotokarten, Symboltafeln und -mappen, Buchstabentafeln und Kommunikationsbücher. Diese Materialien können mittels verschiedener Symbolsammlungen wie METACOM, PCS oder PRD-Bilder-CD gestaltet werden. Eine sinnvolle Ergänzung stellen AnyBook Reader und B.A.Bar dar. Mit diesen beiden handlichen Hilfsmitteln ist eine unkomplizierte und flexible Vertonung verschiedener Materialien möglich. Durch das Abrufen der aufgenommenen Aussagen wird eine höhere kommunikative Wirksamkeit erreicht. Das Nachsprechen kann erleichtert und selbstständig trainiert werden.

Einsatz einfacher elektronischer Hilfen

Einfache elektronische Kommunikationshilfen mit natürlicher Sprachausgabe wie z.B. der GoTalk oder QuickTalker ermöglichen, eine angepasste Auswahl von Aussagen übersichtlich und symbolbasiert auf einer festen Oberfläche bereitzustellen.

Die individuelle Gestaltung der Deckblätter ermöglicht sowohl die Auswahl von alltagsrelevantem Vokabular für kommunikative Situationen als auch den übungsorientierten Einsatz im therapeutischen Setting.

Einsatz komplexer elektronischer Hilfen

Für Menschen mit Aphasie bieten wir verschiedene schrift- oder symbolbasierte Anwendungsprogramme an.
Im Rahmen unserer persönlichen Beratungen werden verschiedene Anwendungsprogramme und Geräte erprobt. Hierbei werden u.a. das Sprachverständnis und schriftsprachliche Kompetenzen eingeschätzt. So kann je nach erhaltenden Fähigkeiten  und individuellem kommunikativen Bedürfnis eine geeignete Kommunikationshilfe gewählt und angepasst werden.

 

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