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Frank Klein

Hallo, ich heiße Frank Klein. Ich bin 28 Jahre alt und wohne in Köln. Ich arbeite in der GWK in Köln-Kalk. Das ist eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dort arbeite ich am PC.
Mit der Hälfte meiner Arbeitszeit bin ich als Berater und Coach an Förderschulen im Bereich Unterstützte Kommunikation tätig. Ich habe fünf Jahre lang eine Ausbildung als Co-Referent bei ISAAC absolviert. Zwei- bis dreimal im Jahr arbeite ich bei Seminaren mit oder ich bin auf der RehaCare am Stand von Prentke Romich.
Jetzt möchte ich Ihnen etwas über mich und über meine Sprachentwicklung berichten. Ich bin mit einem Zungentumor zur Welt gekommen. Bei einer OP im Alter von zwei Jahren kam es durch einen Arztfehler zu einem Herzstillstand. Seitdem habe ich eine Spastik.
Auf Grund meiner Behinderung besuchte ich die Rheinische Schule für Körperbehinderte in Rösrath. Dort nahm ich so gut es ging am normalen Unterricht teil. Was die Kommunikation mit meinen Mitschülern betrifft: es war nicht immer leicht für alle Beteiligten, denn ich hatte nur die Möglichkeit, mich mit Gesten und Mimik zu verständigen. So ging es leider eine lange Zeit. Auch in den Schulpausen war es immer das gleiche Spiel. Ich konnte mich nie so richtig ausdrücken; dies fiel einer Lehrerin auf. Sie kam nach kurzer Zeit zu mir und signalisierte, dass sie gern helfen möchte, da sie eine andere Schülerin schon einmal in einer ähnlichen Situation begleitet hatte.
So nahmen die Dinge ihren Lauf, von da an bekam ich Einzelförderung.
Los ging es mit Bildkarten und Gesten, die ich auch in der Klasse gut gebrauchen konnte. Zum Üben machten wir Rollenspiele. Sie zeigte mir auch, wie ich selber Kommunikationsmöglichkeiten erarbeiten könnte.
Sie wurde sich irgendwann darüber klar, dass ich wohl viel viel mehr könnte, als es mir selbst bewusst war.
Obwohl wir Zwei bis dahin schon viel erreicht hatten, sollte es jetzt erst richtig los gehen, wie ich später erfuhr., denn Frau Jurjus stellte mir einen Herrn Gülden vor, der für eine Firma namens Prentke Romich arbeitete. „Ok“, sagte ich mir, „Und weiter?“ Dann holte er so ein komisches Ding raus, was wie ein Koffer mit Tasten aus sah.
„Halt stopp!“, dachte ich mir „Irgendwas ist hier an der Sache faul.“ Was danach passierte, war gruselig für mich, denn Herr Gülden drückte zwei Tasten und die komische Kiste vor mir sagte plötzlich: „Hallo.“ Was ich gar nicht verstand, es waren einfach zu viele Tasten.
Er zeigte mir noch mehr an dem Koffer, aber nach dem Gespräch wusste ich immer noch nicht, was ich damit sollte. Nach einiger Zeit kam das Ding dann in der Schule an. Frau Jurjus gab mir den Talker, ich sollte ihn mir angucken. Doch ich stellte ihn weit weit weg von mir.
Sie fragte mich immer wieder, warum ich den Talker nicht benutzen würde. Doch ich antwortete ihr nicht. Weil ich nie die Notwen-digkeit sah und auch nicht richtig einschätzen konnte, wofür ich dieses Gerät benötigen sollte, denn bisher kam ich auch so irgendwie zurecht. Der Talker wanderte dann für zwei Jahre in den Schrank.
Erst als ich dann ein Mädchen auf dem Schulhof sah und ich nicht mit ihr sprechen konnte, aber es unbedingt wollte, war das für mich die Motivation, den Talker aus dem Schrank zu holen und endlich damit anzufangen, ihn zu benutzen. Da organisierte ich mir ganz schnell Leute, die mir helfen sollten, mit dem Talker um zu gehen. So erlernte ich auch die andere Seite der verbalen Kommunikation. Ich musste nun nicht mehr nur zuhören, sondern konnte quasi sprechen. Und nun, da ich als Co-Referent arbeite und sich meine Fähigkeiten immer weiter verbessern, ist es mein Wunsch für die Zukunft, meine Tätigkeit im Bereich der Unterstützten Kommunikation zu erweitern. Wie sich das gestalten wird, wird sich noch zeigen.

 

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